Tote durch "bewusstseinserweiternde" Therapie?!

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21 Sep 2009 08:49 #8236 von Lady of Darkness
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,650169,00.html

Kurze Zusammenfassung: Ein Therapeut in Berlin hat einer Gruppe im Rahmen einer "bewusstseinsweiternden Sitzung" einen Drogencocktail verabreicht. Zwei sind tot, einer liegt im Koma, andere weisen Vergiftungserscheinungen auf.

Angeblich sollte es eine Art "spirituelles" Erlebnis sein.

Wie seht ihr das - helfen Drogen bei der Bewusstseinserweiterung tatsächlich, oder gaukeln sie einem nur zusätzliche Erlebnisdimensionen vor? HAbt ihr schon experimentiert oder könntet ihr euch vorstellen, so etwas zu versuchen?

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21 Sep 2009 11:20 #8237 von Serpentia
Da ich im Zuge meiner Bewusstseinserweiterung (was ein Wort...) aufgehört habe, selbst die geringen Mengen Alkohol noch zu mir zu nehmen, die ich bisher sowieso trank, und selbst der Kaffee meinen Energiehaushalt inzwischen stört, kann ich dazu nur sagen: Die Welt will belogen sein. Bewusstsein gibt es leider nicht in Flaschen....

Üble Sache, was da passiert ist.

MoonDancer wurde zu Serpentia und jetzt wird Serpentia zu ....mir!

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21 Sep 2009 14:39 #8238 von sternhagel
Was den Artikel oben angeht, würde mich interessieren, was er den Leuten gegeben hat. Sollte es wirklich „eine Mischung aus Amphetaminen, Pilzen und Ecstasy“ gewesen sein, würde mich eigentlich nichts wundern, bis auf die Tatsache, dass der Mann so ein irres Konglomerat hat herumgehen lassen. (Aber man weiß ja noch nichts Genaues.)

MoonDancer, was Koffein und Alkohol angeht, stimme ich dir zu, letzterer erweitert bestimmt nicht das Bewusstsein, sondern beschränkt vielmehr :silly: … Andererseits existieren natürlich schon auch Substanzen, die das Bewusstsein erweitern (Psilocybin, Meskalin, THC), aber es ist ungefähr so, wie du sagst (denke ich): Bewusstseinserweiterung ist nicht zuverlässig für jeden in Fläschchen oder Päckchen verfügbar. Deshalb graust es mir auch bei dem Gedanken, dass ein Arzt offenbar so großzügig an alle möglichen Teilnehmer ausgeteilt hat.

Man sollte sich vor allem auch dessen bewusst sein, warum ein Wirkstoff wie z.B. Psilocybin das Bewusstsein erweitert. Es wird sozusagen der Reizfilter des Gehirns ausgeschaltet, der im Normalzustand eine Schutzfunktion erfüllt – damit man nicht durchknallt. Wenn man sich künstlich, mit Hilfe von Halluzinogenen, reizüberflutet, kann es schlimmstenfalls passieren, dass man überhaupt nicht mehr klarkommt und einen Horrortrip schiebt, wie man so schön sagt ;) , von einer möglichen körperlichen Vergiftung oder dem kompletten Hängenbleiben mal abgesehen. Gerade bei Pilzen kann man nie ganz sicher sein, wie hoch die Konzentration des Wirkstoffs ist. Ich würde also stark davon abraten, solche Experimente allein zu unternehmen, aber persönlich würde ich es auch nicht verantworten, Anderen was zu geben, nüchtern dabei zu bleiben und aufzupassen, dass keiner ausflippt… Dafür kann man einfach nicht garantieren.

Ich bin nicht generell „dagegen“, ich denke nur, man muss sich selber gut kennen, man muss wissen, was man tut, womit man es zu tun hat und was man sich zumuten kann. Unter solchen Umständen können (!) bewusstseinserweiternde Substanzen möglicherweise bereichernd sein. Aber auf wen trifft das schon zu? :S

Ich denke, wenn man so weit ist, erreicht man gewisse Zustände auch meditativ, ohne Hilfsmittel von außen. Zum Zudröhnen, weil einem langweilig oder man gerade neugierig ist, sind diejenigen Mittel, die das Bewusstsein wirklich erweitern, jedenfalls absolut nicht geeignet. (Immer mit dem Nachsatz: „Meine persönliche Meinung“ ;-)…)

Manche Enten können schwimmen, andere können gar nichts.

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22 Sep 2009 18:32 #8242 von eald
Hi.

Lady of Darkness schrieb:

Wie seht ihr das - helfen Drogen bei der Bewusstseinserweiterung tatsächlich, oder gaukeln sie einem nur zusätzliche Erlebnisdimensionen vor?

Ich denke sie koennen einem die Perspektive verschieben, einen ver-rücken. Das Risiko ver-rückt zu bleiben wie die imho große Wahrscheinlichkeit die Chance ob der ablenkenden bunten Bilderchen nicht zu ergreifen ist imo schwerwiegender denn etwaige Nutzen. Nichtsdestotrotz kann imo der Effekt (wie ich ihn beispiels- wie unabsichtlicherweise mal beim passiv rauchen mitbekam) m.E. schon Tore öffnen.

Aber weder halt ich den Weg für leichter denn die eigene Imagination zu schulen, noch halte ich ihn für erfolgversprechender. Ein Drogenrausch ist m.E. zuallererst mal genau das und nichts anderes. Wer ohne nichts gebacken kriegt dürfte mit erst recht aufgeschmissen sein. *denk*

eald
Aber was will man machen? "Spiri" ist halt "in" grad.:dry:

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23 Sep 2009 07:46 #8243 von Ishtar
Ich stimme dir sehr zu Sternhagel!

Mich würde interessieren, ob die Leute wussten was sie da taten, bzw. was sie da erhielten.

Naiverweise dachte ich tatsächlich die LSD Experimente in der "Psychotherapie" hätten aufgehört :S

Extrem unseriös, dass bei den ersten Übelkeitsanzeichen nicht sofort unterbrochen wurde *kopfschüttel* andererseits, warum hat niemand der Teilnehmer schon vorher abgebrochen (jene denen es Schlecht wurde)? Irgendwie hat es für mich einen "Sektenanklang".

Ich würde mir wünschen, dass dadurch evt. mal wieder in die Diskussion kommt den Psychotherapeuten - Begriff für Psychologen und psychologische Berater mit entsprechender Ausbildung zu schützen. Andererseits war der Typ ja angeblich auch Arzt :huh:

Generell halte ich auch wenig von bewusstseinserweiternden Substanzen, weil wie eald schon sagte, wenn man's ohne nicht gebacken kriegt, wird es eh schief laufen.....

BB Ishtar

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23 Sep 2009 14:17 #8249 von sternhagel
Es MUSS nicht schieflaufen. Es kann. :laugh:

Extrem unseriös, dass bei den ersten Übelkeitsanzeichen nicht sofort unterbrochen wurde *kopfschüttel*


Ich kann mir vorstellen, dass dieser Arzt schlimmstenfalls so etwas wie ein "Reinigungsritual" im Sinn hatte. So etwas Ähnliches, wie man es z.B. mit Ayahuasca durchzieht. Das Kotzen und der Durchfall im Vorfeld sind da keine Nebenwirkung, sondern erwünscht, zur inneren Säuberung sozusagen. :dry:

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23 Sep 2009 20:26 #8250 von Andy
Na ja... ich habe eigentlich kein Mitgefühl mit den Verstorbenen.

Im Gegenteil, ein klarer Fall für den Darwin-Award!

Was für Idioten! Wie doof sind die Leute eigentlich??? Haben die ihr Hirn am Anfang der Sitzung total ausgeschaltet? Ich werde mich hüten, jemals irgend ein Gebräu welches mir von irgendeinem "Schamanen" gereicht wird zu trinken! Nicht ohne genaue Analyse was ich denn nun genau ich da bitte zu mir nehmen soll und wieso überhaupt... spätestens dann würde ich meinen Hut nehmen und heimwärts gehen - natürlich würd ich zunächst einmal bei den Freunden der Abteilung BTM-Delikte reinschaun...

Aber in der Eso-Heiden-Huibuiundhokuspokus-Szene wundert mich ja nun wirklich nichts mehr... vielen Leuten kann man wirklich alles Erzählen... was übrigens ein schöne Freizeitbeschäftigung für verregnete Tage ist. Einfach mal auf eine Eso-Messe gehen.

UNd warum bitte soll ich mich mit irgendwelchen unbekannten Substanzen zuhauen?!? Seien es nun irgendwelche Pilze, Kaktus-Gebräue oder Pflanzenteile sonstiger Art. Stimmt, ja - die Schamanen der Utzi-Putzi-Indianer haben das ja auch so gemacht... was natürlich ganz authentisch in dem Buch von Hugo Huddelbrass aus Wanne-Eickel so beschrieben ist...

Und ich hoffe auch, dass dieser Ober-Idiot von "Therapeut" lebenslang in den Bau wandert, wegen Mordes, unterlassene Hilfeleistung, BTM-Verstösse, vielleicht noch Dealerei, Körperverletzung mit Todesvolge... usw... usw...

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24 Sep 2009 10:43 #8251 von Lady of Darkness
Meiner Meinung nach war es mehr als unverantwortlich, so eine Aktion in einer größeren Gruppe durchzuziehen, in der es dem anschein nach keine professionellen Aufpasser gab und die sich nicht bereits seit längerem kannte und miteinander gearbeitet hatte. Es mag gut sein, dass es in einigen indigenen Kulturen üblich war oder ist, bestimmte Geisteszustände mit Hilfe von pflanzlichen o.ä. Substanzen zu erreichen, aber ich gehe mal stark davon aus, dass diese Völker nicht diesen Ausmaß an Betäubungsmittelmissbrauch haben, wie er bei uns gepflegt wird (Koffein, Alkohol, Pillen bei der kleinsten Krankheit, Modedrogen, ...). Ich gehe, ohne es weiter recherchiert zu haben, davon aus, dass der Gebrauch psychoaktiver Substanzen zur Bewusstseinserweiterung in indigenen Kulturen relativ weit hinten in einer langen Kette von Übungen zur Bewusstseinserweiterung, Achtsamkeit und Selbstdisziplin folgt(e). Vielleicht ist das ein eher idealisierendes Bild von den "edlen Wilden", aber ...

Es mag nach entsprechenden Vorbereitungen möglich sein, Bewusstseinserweiterung mit Hilfe von bestimmten Substanzen zu erreichen. Für mich selber gilt eher das Gegenteil - Dinge wie Alkohol oder Kaffee "betäuben" meine erweiterte Wahrnehmung eher. (Deswegen für mich auch während des Rituals Wasser oder Milch und erst anschließend "Ritual-Wein" - also eher "Post-Ritual-Wein", wenn es denn welchen gibt... )

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07 Okt 2009 17:23 #8261 von Miakoda
Ich mag solche Hilfmittele auch nicht. Aber sie haben es getan, es war ihr Weg, so haben es ihr Seelen es zu gelassen denke ich mal. Lernen wir daraus.

Lieben Gruß Miakoda

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