Aus der Provence habe ich die Tradition der Santons kennengelernt. Figuren, die die üblichen Krippendarstellungen ergänzen und die Handwerksberufe der bäuerlichen Gegend darstellen. Auch Gestalten aus der Erzählungen können gefunden werden oder moderne Figuren wie der Weihnachtsmann. So machte ich mich also auf den Weg meine Krippe zu planen. Meine Idee war es die verschiedenen Handwerksberufe den Sternzeichen zuzuordnen. Im Forum konnte ich mich glücklicherweise über die Zuordnung austauschen und so entstand die Krippe:

 

creche 2007

Für den Hintergrund und die Unterlage habe ich Kork gewählt. Der Hintergrund stellt eine Hügellandschaft dar. Am Himmel sieht man die Zirkumpolarsterne, das Symbol Schamasch’s für die Sonne, die demnächst im Osten aufgehen wird. Im Westen geht Nanna-Sin (Mond) unter und Ischtar, die Venus kündigt die nahende Wiedergeburt der Sonne an.

Die Göttin, im Blau der Nacht, als Himmelskönigin steht im Urhügel, der die Verbindung zwischen Himmel und Erde darstellt und das Universum symbolisiert. Sie ist schwanger. (Ich habe schon überlegt ein paar Sterne auf den Umhang zu malen, habe mich aber nicht getraut). Der Gott der Unterwelt steht als älterer Hirte mit wehendem Mantel neben ihr. Der Wind der Zeit weht über ihn hinweg und bald wird die Essenz dieses Körpers verschwinden und erneuert werden. Neben der Göttin steht die Spinnerin und symbolisiert die Nornen und die zeigt auch, dass die weise Alte diese Zeit des Jahres regiert. Der Esel steht für mich symbolisch für das alte Jahr. (meine Interpretation).

Die anderen Figuren gehen ihrem Alltag nach. Ein Hirte im Gespräch mit einem Widder (Widder) ist zu sehen. Die Schokoladenherstellerin hat bereits die Milch von der Kuh geholt (Stier). Von weitem reitet ein Paar daher (Zwillinge), die schwangere Hebamme unterhält sich mit der Chocolatière. Der Tambourinaire (Löwe) bereitet seine Vorstellung vor. Die Lavendelschnitterin (Jungfrau) und der Winzer (Waage) kommen gemeinsam von der Arbeit. Die Spinnerin (Skorpion) steht ebenfalls bei der Chocolatière. Der Jäger (Schütze) kommt mit seinem Hund von einer erfolgreichen Jagd zurück. Eine Frau, die bei der Spinnerin steht melkt die Ziege (Steinbock), während der Wasserträger (Wassermann) und der Fischer (Fische) vom Fluss kommen.

Das Bild der Krippe ändert sich zur Wintersonnenwende. Die Herrin der Nacht hat das Sonnenkind geboren und so trägt auch sie jetzt das goldene Kleid der Sonne. Der Sonnenprinz liegt im Stroh, das schnell Feuer fangen kann und so das neu entfachte Licht "füttert". Der entzückte Mann steht symbolisch für den Schlangenträger daneben und verkündet die Rückkehr des Lichtes. Der Stier, der als altes Herrschafts- und Königssymbol aus Mesopotamien zeigt, dass es sich hierbei um eine wichtige Geburt handelt. Das Jahr huldigt der neuen Sonne und bereitet sich vor einzeln vorzutreten und seine Gaben dem Licht zu bringen, damit es kräftig wird für dieses Jahr. Der junge Bär läuft symbolisch für die Zirkumpolarsterne ebenfalls zum Sonnenprinzen.Mit der Sonne ist auch die Fruchtbarkeit ins Land eingezogen. Ein Schaf säugt seine Jungen und kündigt so Imbolc an. Die Häsin mit ihren Jungen neben der Göttin ruft uns das Frühlingsfest Ostara in Erinnerung. Ein Baum ist erblüht und auf dem Dach des Urhügels singen die Tauben, symbolisch für die Liebesgöttin, die zu Beltane dominant sein wird. Das Ferkelchen fand ich einfach süß.

creche

Etwas unglücklich bin ich noch mit dem Namen „Krippe“ für den heidnischen Bereich finde ich es etwas unpassend. Weihnachtslaraium fiel mir als Alternative ein. Leider weiß damit aber Ott-Normalverbraucher nicht was gemeint ist. Bei Krippe hat jede/r eine gewisse Vorstellung und ich muss nicht groß erklären.

Ich hoffe, das konnte den einen oder andern etwas inspirieren.

Wenn ihr eigene Ideen für eine Krippe habt würde ich mich freuen diese zu erfahren.

 

Anmelden

Ishtar antwortete auf das Thema: #9693 30 Nov 2010 20:35
Und wie handhabt ihr das mit der Krippe?
Nivien antwortete auf das Thema: #9695 30 Nov 2010 21:24
Ach ja, Deine Krippe. Schön, die wieder zu sehen, gefällt mir nach wie vor sehr gut, besonders die Zuordnung zu den Tierkreiszeichen.

Tja, wir haben - tataa - eine Playmobil-Krippe zu Hause. Damit läßt es sich gut spielen (das Jesuskind war letztes Jahr auch mal im Krankenhaus, oder war es Maria?). Da wir - grob gesprochen - die Weihnachtsgeschichte als einen Mythos unter anderen behandeln, bleiben wir da einerseits im traditionellen christlichen Rahmen, andererseits gehen wir damit im wahrsten Sinne des Wortes spielerisch um.

Trotzdem ist es für mich eher eine heidnische Krippe, weil ich die Weihnachtsgeschichte aus heidnischer Sicht betrachte und deute.
Undine antwortete auf das Thema: #9697 01 Dez 2010 06:07
Naja,vor Jahren hab ich das mal mit dem Herrn der Ringe Figuren aus den Überraschungseiern geprobt.
Gab ein paar spannende Zusammenhänge.
Allerdings weit hergeholt.
Diesjährig wird es bei mir das nicht geben.Ich suche da einen neuen Ansatz-und andere Figuren.
Selma antwortete auf das Thema: #9703 01 Dez 2010 13:12
Nivien schrieb:

Da wir - grob gesprochen - die Weihnachtsgeschichte als einen Mythos unter anderen behandeln, bleiben wir da einerseits im traditionellen christlichen Rahmen, andererseits gehen wir damit im wahrsten Sinne des Wortes spielerisch um.


Du sprichst mir aus der Seele.
So sehen wir das hier zu Hause auch.
Meinem Verlobten liegt,als Kultur-Christ, sehr viel an den christlichen Weihnachtsliedern, Krippenspiel usw, aber halt aus der Mythos-Sicht.
Sozusagen gleichberechtigt neben den heidnischen Mythen.
Ishtar antwortete auf das Thema: #12608 25 Dez 2012 09:38
Ich muss ja gestehen, dass ich letztes Jahr etwas unzufrieden war mit meinem Lararium. Dieses Jahr, nachdem ich über den Saule-Mythos gestolpert bin wo die Sonnengöttin in einem Turm eingesperrt und von den 12 Tierkreiszeichen gerettet wird, fand ich meine Interpretation wieder passend.
Ishtar antwortete auf das Thema: #14721 06 Dez 2017 09:01
Nachdem sich das Weihnachtslararium ja immer ein bisschen verändert hat, habe ich es immer stärker auf die Geschichte um Ethniu und Lugh's Geburts eingestimmt.
Also habe ich die Idee von Lady of Darkness auf genommen und tatsächlich die Figuren dem Jahreslauf entsprechend sortiert (grob). Ich habe dabei versucht Figuren, die ich schon hatte zu integrieren und da es ja 12 Wächterinnen sind ist jetzt eine überzahl an Frauen da ;-)

Januar Fillette 2 (einfach ein relativ kleines Mädchen früher Grundschule, Kindergarten, das Jahr ist jung
Februar: Jeune fille avec enfant, ein junges Mädchen das auf ihren Bruder aufpast, Jahr ist immer noch jung aber schon etwas älter
März: Jeune Berger, junges Mädchen mit kleinem Schaf
April: Frau die Ziege melkt, soll darauf hinweisen, dass jetzt die Saison der Ziegen (und schafs) milch anfängt, die früher ja deutlich bedeutender war als die Kühe. Allerdings war das schwer zu recherchieren wann sie tatsächlich beginnt. Ansonsten kann ich das noch mit der Jeune Berger abtauschen, wenn es doch früher ist.
Mai: Cueilleuse de mimosa, Mimosen pflückerin. Mimosen passen zwar nciht ganz, aber es können ja auch andere gelben Blumen sein und evt. male ich die Blumen noch etwas bunter an. Mai und Blumen passt ja.
Juni: die Hebamme, die darauf hinweisen soll, dass im Juli die meisten Kinder geboren werden. Steht auch für das "Zeitalter" der Mutter.
Juli: Femme avec foine, die Heuernte, hauptsächlich weil der Junimond Heumond heißt.
Aug: Frau mit Lavendel, könnte auch in den Juli passen, je nach Lage und Sorte.
Sept: Spinnerin. macht nicht wirklich Sinn, aber ich hatte sie schon in den Oktober wollte ich sie nicht nehmen. Spinnen kann man ja fast das ganze Jahr ;-.)
Oktober: Korsin mit Kastanien. Da hier meist die Kastanienernte ist und ich selbst da gute ERinnerungen aus Norditalien zu habe.
November: Sitzende Strickerin. Die Frauen werden langsam älter und es ist eine Tätigkeit, die man vielleicht eher im Winter macht.
Dezember: Alte Arléserien mit Katze auf dem SChoss. Sie zeigt einfach wie alt das Jahr schon geworden ist.
Da es sich hier um eine Mittwinter Festlichkeit handelt habe ich beschlossen das Jahr wie bei uns üblich im Januar beginnen und im Dezember enden zu lassen, wie metaphorisch mit der Sonne halt.
Fotos folgen, bin leider etwas hintendrein mit allem dieses Jahr.